29.12.2025
Weihnachten und Jahreswechsel sind seit zwölf Jahren die schmerzlichste Zeit für mich. Ich vermisse meinen Sohn unendlich. Meine Gedanken kreisen ständig um ihn. Ich frage mich, wie es ihm geht und was aus ihm in diesen zwölf Jahren geworden ist. Jahrelang habe ich gehofft, dass er sich besinnt und mir zumindest die Gründe nennt, die ihn zu diesem Schritt veranlasst haben. Doch bis heute hoffe ich vergebens. Es gibt keinen Weg der Versöhnung, keine Einsicht, keine Reue seinerseits. Niemals hätte ich gedacht, dass mein Sohn zu solch einem Schritt fähig sein würde. Ich habe mich getäuscht, und dieser Schmerz ist unerträglich. Jahrelang habe ich allein bei mir nach Gründen für seine schwerwiegende Entscheidung gesucht. Was hatte ich falsch gemacht, was hatte er vermisst? Bis zu diesem Zeitpunkt vor 12 Jahren würde ich unsere Beziehung als harmonisch bezeichnen. Natürlich gab es auch Meinungsverschiedenheiten und Zoff, doch niemals waren die Gründe so schwerwiegend, einen solch krassen Cut vorzunehmen. Als seine Mutter war ich immer sehr stolz auf ihn und seine Entwicklung und hatte stets Verständnis für ihn. Trotzdem frage ich mich, ob ich in dieser Zeit etwas Wichtiges übersehen habe. Was war es? Ich verstehe sein Handeln nicht, auch heute noch nicht. Hatte ich meinen Sohn so verkannt? War er kaltherzig und emotionslos? Gerade zu dieser Zeit quälen mich diese Gedanken. Bilder von ihm und Gespräche, die wir geführt haben, steigen in meinem Kopf auf. Ich vermisse ihn sehr, auch wenn 12 Jahre eine gewisse Entfremdung herbeigeführt haben. Mit diesen und ähnlichen Gedanken, und mit der unerschütterlichen Hoffnung, irgendwann wenigstens eine Erklärung von ihm zu bekommen, werde ich das neue Jahr begrüßen.
Ich weiß, dass ich mit diesem Schicksal, mit dieser Hoffnung und den Fragen nicht allein bin. Es gibt viel zu viele Menschen, die das auch durchmachen und still leiden. Für diese Menschen schreibe ich meine Gedanken, Gefühle und meine Sehnsucht nieder.