Geschichten … 
die nur das wahre Leben so schreiben kann  


Mein Leben heute

 Und die Zeit heilt doch keine Wunden …

Inzwischen sind mehr als acht Jahre ohne jeglichen Kontakt zu meinem Sohn vergangen. Bis heute bleiben mir sein Handeln, seine Empathielosigkeit und seine Kälte ein Rätsel. Und ja, es tut auch heute immer noch weh. Denn wir hatten lange Zeit ein liebevolles, enges und vertrautes Verhältnis. Zumindest habe ich es immer so empfunden. Ich war mir sicher, dass wir immer und zu jeder Zeit über alles reden könnten, füreinander da sein würden. Das war ein großer und sehr schmerzlicher Irrtum von mir. Natürlich weiß ich schon, dass viele Menschen davon überzeugt sind, nur allein die Eltern können an derartigen Kontaktabbrüchen „schuld“ sein. Niemals würde ein erwachsenes Kind diesen Schritt ohne einen triftigen Grund machen, so glauben sie zu wissen. 

So ist es also, die Eltern und nur die Eltern sind die eigentlichen „Täter“.  

Wenn es mal so einfach wäre …

Vielleicht mag das bei der einen oder anderen Familie sogar zutreffen und der Kontaktabbruch ist gerechtfertigt, doch es gibt tatsächlich auch noch eine andere Seite, die leider tabuisiert und meist verschwiegen wird. 

Den wahren Grund für die Trennung werde weder ich noch die vielen anderen verlassenen Eltern jemals erfahren. Denn unsere Kinder reden nicht mit uns. Sie sind feige, stellen sich nicht den "Problemen". Ich glaube auch, dass diesen "Kindern" die Tragweite ihrer Entscheidung gar nicht bewusst war oder ist.  Wie kommen sie eigentlich selbst damit zurecht? Kann ein Mensch mit solch einer emotionalen Last noch frei und unbeschwert leben?  

Für mich nur schwer vorstellbar. 

Fakt aber ist, dass mein Sohn entschieden hat, sein weiteres Leben ohne seine Mutter zu gestalten. Dass er damit auch unsere Familie auseinandergebracht hat, ist ihm vielleicht damals noch gar nicht bewusst gewesen. Dieser Mensch, der mir einmal am wichtigsten war, den ich unendlich geliebt habe, hat nicht nur mein Leben zerstört, sondern mir auch Familie und Freunde genommen. 

Ich war tief gefallen, aber ich bin nicht liegen geblieben, wie mein Sohn es gern gesehen hätte.

Viele Jahre lang hatte ich die unerschütterliche Hoffnung, dass er irgendwann wieder vor meiner Tür stehen würde und sich erklärt.

Vergebens. Heute warte ich nicht mehr. Ich habe mein Leben zurück und genieße mit meiner Partnerin die Jahre, die uns beiden noch vergönnt sind. 

Ich denke fast täglich an ihn, aber ich vermisse ihn nicht mehr.


Ich weine nicht deinetwegen, denn Du bist es nicht wert.

Ich weine, weil meine Vorstellung darüber 

wer Du warst zerstört wurde,

von der Wahrheit, wer Du wirklich bist.

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